Auszug - Klärschlammentsorgung über die Kläranlage Itzehoe hier: Vorstellung des Entwurfes und der Kostenschätzung  

Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Oelixdorf
TOP: Ö 2
Gremium: Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Oelixdorf Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 04.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:30 - 21:50 Anlass: Sitzung
Raum: Feuerwehrgerätehaus Oelixdorf
Ort: Oberstraße 56, 25524 Oelixdorf
VO/070/2019/Oelix Klärschlammentsorgung über die Kläranlage Itzehoe
hier: Vorstellung des Entwurfes und der Kostenschätzung
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:3 - Bauamt   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll

Herr Rentz verweist auf die Beschlussvorlage zu diesem TOP und insbes. auf den der Vorlage angehängten Konzeptentwurf.

Herr Müßig erläutert, dass sich die gesetzlichen Maßgaben zur Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft einschneidend geändert haben. Die Aufbringung des Klärschlammes auf Äcker ist infolgedessen nur noch sehr erschwert möglich. Seit Längerem wird daher die Idee verfolgt, die Oelixdorfer Klärschlämme zur Itzehoer Kläranlage zu verbringen. Die dortigen Kapazitäten lassen dieses zu. Diesem Kooperationsgedanken folgend, wurde die hiesige Anlagenkonstruktion analysiert, da die Verbringung nach Itzehoe die Erfüllung verschiedener Parameter voraussetzt. Es ist zum einen die Anlieferung frischen Klärschlammes, bei dem noch kein Fäulnisprozess eingesetzt hat, erforderlich. Zum anderen ist dafür Sorge zu tragen, dass der Schlamm keine groben Verunreinigungen (Laub u.a.) aufweist. Für die Oelixdorfer Anlage ist zunächst eine statische Eindickung des Schlammes zu empfehlen, da hierdurch der Wasseranteil abnimmt und somit die zu verbringenden Klärschlammmengen reduziert werden. Dieses spart mindestens Transportkosten, weil die Häufigkeit der Abfuhren geringer wird.

Herr Müßig geht im Weiteren auf den Teil A des Konzeptentwurfes und die darin beschriebenen Vorteile infolge der angeregten technischen Änderungen an der Kläranlage ein. Ferner beschreibt er die prognostizierten Kosten, wobei es bezüglich der Trübwasserabsauganlage (TAS) noch Entscheidungsalternativen gibt. Es sollte über die Beibehaltung der manuellen Bedienung der TAS oder über die Anschaffung eines automatisierten Steuerungsmoduls befunden werden.

Herr Müßig umreißt zudem die Absicht des Kommunalservices Itzehoe, den dort abschließend getrockneten Klärschlamm der s.g. thermischen Verwertung, also der Verbrennung, zuzuführen. Dbzgl. Probeversuche wurden bereits bei der Fa. Holcim in Lägerdorf bzw. Rethwisch durchgeführt. Vorteile einer dortigen Verbrennung sind, dass die organischen Teile des Klärschlammes zur Wärmeerzeugung und die anorganischen Teile für die Zementproduktion verwendet werden können. Herr Müßig betont ferner, dass der Kommunalservice Itzehoe kein gewinnorientiertes Unternehmen, sondern eine kostendeckende Einrichtung ist. Eine Kooperation mit Oelixdorf bei der aktuellen Thematik stellt somit eine reine Dienstleistung dar. Hierfür sind zwar die in Itzehoe anfallenden Ausgaben zu erstatten, Gewinnmargen entfallen jedoch. Dieses stellt einen nicht unerheblichen Vorteil gegenüber der Verbringung von Klärschlämmen an s.g. Monoverbrennungsanlagen, die gewinnorientierte Betriebe sind, dar.

 

Herr Bertermann resümiert, dass der derzeitige Wassergehalt des Klärschlammes recht hoch ist und fragt, ob dadurch eine Verbringung nach Itzehoe nicht möglich ist. Herr Müßig schließt dies nicht aus, jedoch geht er erneut auf die Vorteile bzgl. der Verringerung der Klärschlammengen und Abfuhrhäufigkeiten ein. Frau Schuh ergänzt, dass der Wasseranteil schon heute eine Einbringung in andere Anlagen ausschließt. Es kam in der jüngsten Vergangenheit zu erheblichen Entsorgungsproblemen, da die Annahme des hiesigen Klärschlammes verweigert wurde. Es musste schon auf eine Anlieferung in eine Anlage in Hessen zurückgegriffen werden. Aus Itzehoe werden ebenfalls Vorgaben gemacht, die einzuhalten sein werden. Diese Auskunft ist seitens des Leiters der Stadtentwässerung tagesaktuell. Jedenfalls bestätigen auch die letzten Analysewerte des Klärschlammes, dass die Nassanteile schlichtweg zu hoch sind.

 

Herr Bertermann fragt zudem, ob durch eine evtl. Automatisierung der TAS Arbeitskapazitäten des Klärwärters freigesetzt werden. Herr Siemen beschreibt ein solches System als herkömmlichen Stand der Technik. Die händische Bedienung, die ca. drei Mal wöchentlich erforderlich ist, erstreckt sich ganzjährig und betrifft daher auch Feier-, Urlaubs- oder andere Vakanztage. Herr Müßig bekräftigt, dass auch die Konstanz des gesamten Klärprozesses optimiert würde. Durch die zeituhrgesteuerte Regelmäßigkeit der Klärschlammumwälzung bzw. das Zutagefördern von unter dem Schlamm gebildeten Lufteinschlüssen, verstetigen sich u.a. die anschließenden Setzungen des Schlammes.

 

Herr Warnke erkundigt sich nach aktuellen Verbringungsproblemen des Klärschlammes. Frau Schuh wiederholt die dbzgl. vorherigen Ausführungen und beschreibt einen dringenden Handlungsbedarf. Die Eindickungsmaßnahmen sind i.E. unbedingt notwendig, um ggf. auch für den Fall gerüstet zu sein, dass die Kooperation mit Itzehoe nicht zustande kommt und auf andere Anlagen ausgewichen werden muss.

Herr Warnke erbittet zudem Auskünfte über die Abwassergebührenentwicklung infolge der in Rede stehenden Investitionen, die Frau Schuh mit einer vorausschauenden Kosteneinstellung beantwortet. Zunächst geschätzte Ausgaben sind bereits in die Gebührenkalkulation eingeflossen. Damit ist eine Stabilität für die nächsten drei Jahre gewährleistet.

 

Herr Müßig prognostiziert eine weitere Einschränkung der Zulässigkeit der Aufbringung der Klärschlämme auf Äcker. Die Gemeinden sollten möglichst frühzeitig Alternativen für die Entsorgung entwickeln.

 

Herr Warnke fragt, ob für die Verbrennung, z.B. bei der Fa. Holcim, auch Kosten entstehen. Dieses nimmt Herr Müßig an, hebt aber noch einmal die Vorteile der Gesamtverwertung bei dem Unternehmen hervor. Holcim hätte durch die Wärmegewinnung und die Zufuhr zur Zementproduktion einen Zugewinn zu verzeichnen. Dieser würde wohl bei der Restkostenumlage in Abzug gebracht werden. Jedenfalls kann die Preispolitik eine andere sein, als bei den ebenfalls zuvor erwähnten Monoverbrennungsanlagen, deren Betrieb ausschließlich und gewinnorientiert auf die Klärschlammverbrennung ausgerichtet ist.

 

Abschließend geht Herr Rentz erneut auf die Gebührenentwicklung unter Zuhilfenahme der Präsentation ein. Hierin muss es im Übrigen 153.000 Euro, nicht 143.000 Euro heißen. Die ungefähre Gesamterhöhung von ca. 8 Cent dürfte dadurch nur relativ geringfügig ansteigen.

 

Beschluss

Beschluss:

 

Dem Entwurf des Ingenieurbüro IGS zum Umbau der Kläranlage wird zugestimmt. Die weiteren Leistungsphasen sollen ausgeführt werden.

Einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von voraussichtlich 73.000 € wird zugestimmt.

 

 

 

Abstimmungsergebnis

Abstimmungsergebnis:

 

Einstimmig