Auszug - Bericht zur geotechnischen Überwachung der Grube Heidestraße  

Sitzung des Ausschusses für Umweltfragen und Kleingartenwesen der Gemeinde Lägerdorf
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Umweltfragen und Kleingartenwesen der Gemeinde Lägerdorf Beschlussart:
Datum: Do, 29.10.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:55 Anlass: Sitzung
Raum: Mehrzweckhalle Liliencronschule
Ort: Liliencronstraße 18, 25566 Lägerdorf
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll

Vorsitzender Hüfner begrüßt Herrn Dr. Iwanoff, der auch in diesem Jahr wieder den Wasserhaushaltsbericht 2019/2020 vorstellt.

Die Wasserbilanzhöhe liegt im Bereich der langjährigen Mittelwerte. Das Wasserhaushaltsjahr war geprägt von einem trockenen Sommer und hohen Niederschlägen im Winter. Die verhältnismäßig hohe Verdunstung wird durch den Niederschlag wieder ausgeglichen.

Das Wasserdefizit aus dem Rekordsommer 2018 bleibt unerreicht. In den tieferen Grundwasserhorizonten ist das Defizit außerdem noch nicht angekommen. Dies wird erst in einigen Jahren spürbar sein.

Die Entwicklung der Grundwasserstände im Berichtszeitraum ist uneinheitlich. Absenkungen sind kaum nachweisbar. Eine größere Anzahl der Messstellen weist eine steigende Tendenz nach. Einen Sonderfall bildet der Messpunkt an der A23, der stark auf den Tiefschnitt in der Kreide reagiert.

Die Leitfähigkeit und der damit einhergehende Salzgehalt des Grubenwassers steigt stetig an, jedoch ist die erwartete Versalzung des Grundwassers, die 1990 vor dem Grubenausbau prognostiziert wurde, nicht eingetreten. Auffällig ist, dass das aufsteigende Grundwasser in der Grube einen niedrigeren Salzgehalt aufweist, als das Wasser, das seitlich in die Grube eintritt. Dieser Effekt wird mit den tiefer liegenden Kreideschichten begründet, die das auftreibende Wasser filtern.

Bodensetzungen sind im Laufe des Berichtszeitraumes an einigen Messpunkten im Bereich von wenigen Millimetern festgestellt worden. Kreide hat im Verhältnis zu anderen Erdschichten eine hohe Lagerdichte. Aus diesem Grund bildet der Kontrollpunkt H027 im Moor eine Ausnahme, da dieser insgesamt 33 cm seit der Aufzeichnung abgesunken ist. An dieser Tendenz wird sich nach Herrn Dr. Iwanoffs Einschätzung nichts ändern, solange der Moorboden durch landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung weiter trocken gelegt wird.

Ein weiterer Messpunkt des Landes, der ebenfalls im Moor liegt, weist sogar eine Setzung von mittlerweile 1,20 m nach.

Hebungen von Messpunkten konnten nicht festgestellt werden. Der Effekt, der eine Weile nachweisbar war, ist abgeklungen. Das Phänomen lässt sich nicht eindeutig erklären, jedoch konnte kein Zusammenhang mit Grundwasserabsenkungen festgestellt werden.

Die Horizontalbewegungen im Bereich der Grubenschung werden seit 1990 durch 120 m tiefe Inklinometerkanäle kontrolliert. Da die Messsonde jedoch defekt war, konnten im vergangenen Berichtszeitraum nur bis zum Frühjahr Messungen durchgeführt werden. Das neue Gerät ist sehr sensibel, weshalb erst über einige Messungen hinweg ein neuer Normalwert ermittelt werden kann. Aufgrund der übergenauen Messungen, die die Sonde vornimmt, wird man nicht die gleichen Ergebnisse, wie mit der vorherigen Sonde messen. Abweichungen im Zentimeterbereich sind keine Seltenheit. Herr Dr. Iwanoff ergänzt, dass die zusätzliche Berichterstattung zu den Horizontalbewegungen, wie sie angekündigt wurde, voraussichtlich erst mit dem nächsten Bericht erfolgt, wenn die untere Wasserbehörde einverstanden ist.

Zuletzt berichtet Herr Dr. Iwanoff von der Spiegellage des Ausgrabens, der aufgrund seiner starken Verkrautung keine repräsentativen Daten zur Durchflussmenge liefert. Eine Vergleichbarkeit ist nur gewährleistet, wenn die Randbedingungen möglichst unverändert bleiben.

 

Nachdem Herr Dr. Iwanoff seine Berichterstattung abgeschlossen hat, erkundigt sich Herr Streich, warum vermehrt im Bericht dokumentiert ist, dass einige Messstellen nicht erreichbar waren. Dies begründet Herr Dr. Iwanoff mit dem Bewuchs und Verunreinigungen. Wenn die Messpunkte nicht zugänglich sind, darf der Bewuchs nicht zu jeder Jahreszeit zurückgeschnitten werden. Die Vegetation hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen und so wird die Zugänglichkeit vermehrt schwieriger.

 

Herr Streich bittet Herrn Dr. Iwanoff um eine fachliche Einschätzung bezüglich der Listung des Salzstocks im Rahmen der Endlagersuche. Hierzu führt Herr Dr. Iwanoff aus, dass zum jetzigen Zeitpunkt alle Salz-, Ton- und Granitvorkommen in Deutschland frei von jeglicher Wertung zusammengetragen wurden. Es handelt sich also nur um Fakten. In der nun anlaufenden Phase werden die einzelnen Flächen näher auf ihre Geeignetheit geprüft. Im Laufe des Verfahrens wird der Bund sich für eines der drei Gesteinsvorkommen entscheiden müssen. Im Fall, dass Salzaufkommen gewählt werden, muss sich die Gemeinde Lägerdorf darauf einstellen, dass der Salzstock aufgrund seiner Größe und Unberührtheit zwei wichtige Kriterien erfüllt. Aus geologischer Sicht ist der Salzstock ein Standort, der lange in der Betrachtung bleiben wird.

 

Nachdem keine weiteren Fragen gestellt werden, bedankt sich der Vorsitzende Hüfner bei Herrn Dr. Iwanoff r seine Ausführungen.

 

Beschluss

 

Abstimmungsergebnis